Wie definiere ich meine Zielgruppe?
- Petra Borina

- 4. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Der Schritt-für-Schritt-Prozess aus der Wix Success Mastery
Ich glaube fest daran, dass man sich jeden Tag – egal ob man Produkte entwickelt, Content produziert oder im 1:1 mit Kunden arbeitet – ganz klar vor Augen halten muss: FÜR WEN IST ES? WAS IST ES? WAS SIND SIE DANACH?

Dieses Verständnis ist das Fundament für alles, was ich tue, und die Basis, auf der ich meine Kunden in der Wix Success Mastery anleite. Die Idee ist losgelöst vom bekannten Konzept (Seth Godin das ist Marketing) „Who is it for?“ und eng mit der Theorie verknüpft, die meinen Arbeitsstil und das Grundverständnis eines Solopreneurs am ehesten trifft: Man braucht kein Millionenpublikum, sondern eine ganz spezifische Gruppe von Kunden – eher Fans.

Die Falle: Warum „KI-Knopfdruck“ in die Irre führt
Wenn man heute googelt „Wie finde ich meine Zielgruppe?“, wird man absolut mit Ergebnissen erschlagen. Gerade in Zeiten von KI ist es verlockend einfach, sich per Knopfdruck eine Zielgruppe „auszumalen“. Ich sage hier ganz bewusst: Das ist Wunschdenken und meiner Meinung nach ein falscher, empirischer Ansatz. Die Folge, die ich täglich bei meinen Kunden sehe? Sie verzetteln sich völlig. Das Ergebnis für ihre Kunden ist ein heilloses Chaos, statt der nächste logische Schritt zu dem Business, das sie eigentlich führen wollen. Ich liebe Zahlen, deshalb ist mein Prozess ein anderer.
Die Diagnose: Wo stehst du?
Wir müssen unterscheiden:
Der Instinkt-Typ: Du hast einfach losgelegt, und die richtigen Kunden haben dich gefunden. Das gibt es selten, aber es gibt Unternehmer, die instinktiv ein Bedürfnis spüren und ein Produkt entwickeln, bevor sie die Zielgruppe festlegen. Ich glaube zwar, dass es sinnvoll ist, die Zielgruppe im Nachhinein zu definieren, um konstant weiterzukommen, aber diese Anleitung ist nicht für dich gedacht.
Die "Verzettelten": Menschen, die gestartet sind und feststellen, dass sie zu breit oder ungenau aufgestellt sind. Das sind die meisten meiner Kunden. In diesem Fall gehen wir wertneutral vor:
Was glaubst du, ist deine Zielgruppe?
Wenn du deine letzten zehn Verkäufe anschaust: Ist das die Repräsentation dieser Zielgruppe?
Wenn du unzufrieden bist: Welche Zielgruppe möchtest du stattdessen bedienen?
Der Prozess: Wenn der Oberbegriff steht
Wenn wir uns auf einen groben Oberbegriff geeinigt haben, gehen wir ins Eingemachte:
Marktanalyse: Hat diese Gruppe das Budget? Gibt es genug Marktpotenzial? Gibt es schon Angebote in diesem Bereich, und wenn ja, welche?
Problem-Lösungs-Match: Was sind die zehn häufigsten Probleme dieser Personen? Welche Lösung bietest du an? Hier bediene ich mich bei der Recherche zwar gerne der KI, aber ich verlange, dass die Antworten quellenfundiert sind (Statistiken, Foren etc.).
Priorisierung: Wir sortieren die Probleme nach Dringlichkeit, emotionaler Auswirkung und „Nervigkeit“. Die Lösung zu einem Problem, das alle drei Aspekte abdeckt, ist der heilige Gral.
Der Faktor Business-Typ & Werte
Dein Business-Typ muss bei der Zielgruppendefinition unbedingt berücksichtigt werden. Wenn deine ideale Vorstellung ein entspanntes Arbeiten ist, kannst du keine Zielgruppe bedienen, die immer kurz vor dem Kollaps steht und bei denen alles „ASAP“ gehen muss – es sei denn, du entwickelst ein Produkt, das sie selbstständig ohne deinen persönlichen Input nutzen können.
Ein Beispiel aus meiner Praxis: Für mich ist es essenziell, mit Menschen zu arbeiten, die „Selbststarter“ sind. Das bedeutet: Ich möchte Kunden, die nicht 100 % ihrer Zeit motiviert werden müssen, die „Bitte“ und „Danke“ sagen können und die auf Korrespondenz in einem angemessenen Rahmen und Ton reagieren. Warum? Weil mein Konzept darauf basiert, mit weniger Kunden zu arbeiten – dafür aber mit solchen, die mir nicht meine Energie und Nerven rauben. Das ist eine Entscheidung für die eigene Lebensqualität als Solopreneur.
Die Abschluss-Checkliste
Wenn wir all das gesammelt haben, stelle ich noch zwei entscheidende Fragen:
Welche Einwände wird die Zielgruppe gegenüber meiner Lösung haben?
Was braucht diese Zielgruppe, um „Ja“ zu sagen? (Daten, ausführliche Erklärungen etc.)
Das Handschriftlich-Prinzip
All diese Infos müssen meine Kunden handschriftlich in ein Formular eintragen. Jedes Mal, wenn wir Produkte besprechen und Content-Ideen sammeln, lege ich dieses Formular vor. Warum? Weil beim Eintippen in eine KI oft Informationen erfunden werden, die inhaltlich nicht haltbar sind. Dabei passiert etwas Bizarres: Die Information verschwindet aus dem Kopf, sobald man den Prompt beendet hat. Wenn man es handschriftlich festhält, erinnert man sich viel klarer und deutlicher daran.
Bereit für eine Strategie, die wirklich funktioniert? Schluss mit dem Raten und dem Verzetteln durch KI-generiertes Chaos. In meiner Wix Success Mastery begleite ich dich dabei, deine Zielgruppe glasklar zu definieren und deine Webseite als funktionierendes Business-Instrument aufzubauen.


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