Das Problem-Protokoll
- Petra Borina

- 16. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Wie ein einfaches Heft mir bei Erstellung meinen digitalen Content hilft und Verkauf unterstützt

In einer Zeit, in der jeder über KI-Prompts und automatisierte Content-Generierung spricht, mache ich etwas völlig Verrücktes: Ich schreibe mit der Hand.
Ich habe ein Heft. Ein ganz normales, physisches Heft. Und dieses Heft ist vermutlich das wertvollste Asset in meinem gesamten Business. Ich nenne es mein „Problem-Protokoll“.
Warum ich das mache? Weil es einen gewaltigen Unterschied macht, ob ich eine KI frage, was meine Zielgruppe interessieren könnte, oder ob ich die echten Schmerzpunkte meiner Kunden schwarz auf weiß vor mir liegen habe – und zwar in ihren eigenen Worten.
Die Goldmine in den Gesprächen
Wir alle führen Zoom-Calls, wir beantworten E-Mails und wir lesen Kommentare unter unseren YouTube-Videos. Aber die meisten Solopreneure lassen dieses Gold einfach durch die Finger rinnen. Sie lösen das Problem des Kunden und vergessen danach, dass genau dieses Problem vermutlich noch hunderte andere Menschen da draußen haben.
Hier kommt mein Prozess ins Spiel:
Der Zoom-Call: Während ich mit einem Kunden spreche, nutze ich oft einen AI Companion, der das Gespräch mitschreibt und zusammenfasst. Das spart mir das hektische Tippen während des Calls.
Die Übertragung ins Heft: Nach dem Call (oder wenn ich YouTube-Kommentare lese) nehme ich mir mein Heft. Ich schreibe die Frage auf. Aber nicht so, wie ich sie als Expertin formulieren würde, sondern exakt so, wie der Kunde sie gestellt hat.
Das händische Schreiben hilft mir, die Dinge besser zu verinnerlichen. Es ist ein bewusster Moment der Analyse: Was war die wirkliche Hürde? Welches Wort hat der Kunde benutzt? War es „Domain-Chaos“, „E-Mail-Angst“ oder „Wix-Frust“?
Warum das „Wording“ dein bester Verkäufer ist
Wenn ich später Content für YouTube erstelle oder einen Blogartikel schreibe, schlage ich mein Heft auf. Ich muss mir keine Überschriften ausdenken. Die Kunden haben sie mir schon geliefert.
Wenn ich die Sprache meiner Kunden spreche, passiert etwas Magisches: Sie fühlen sich verstanden.
Sie denken: „Wahnsinn, Petra weiß genau, wie ich mich fühle.“
Das baut Vertrauen auf, das man mit keinem Hochglanz-Ad der Welt kaufen kann.
Vom Problem zum Produkt (mit Wix als Umsetzer)
Dieses Heft ist nicht nur für Content da – es ist meine Forschungsabteilung für neue Produkte. Wenn eine Frage im Heft immer und immer wieder auftaucht, weiß ich: Hier ist ein Markt.
So entstehen meine Tiny Offers oder Online-Programme in Wix:
Ein Problem – eine Lösung: Ich erstelle einen Minikurs, der genau dieses eine brennende Thema löst.
Schnelle Hilfe: Ich nutze die Wix Online-Programme, um diese Lösungen super schnell bereitzustellen.
Standardisierung: Anstatt zum 200. Mal das gleiche Domain-Problem im 1:1 zu erklären, erstelle ich ein standardisiertes Angebot oder ein Video-Tutorial.
Die Strategie dahinter: Relevanz schlägt Algorithmus
Während andere versuchen, Trends auf TikTok vorherzusagen, löse ich Probleme, die real existieren. Das ist das Schmiermittel für meine Turbine. Ein YouTube-Video, das auf einer echten Frage aus meinem Problem-Protokoll basiert, wird auch in drei Jahren noch geklickt, weil das Problem nicht einfach verschwindet.
Mein Tipp für dich: Besorg dir ein Heft. Leg es neben deinen Rechner. Jedes Mal, wenn ein Kunde eine Frage stellt, wenn jemand unter deinem Video kommentiert oder wenn du merkst, dass du etwas zum dritten Mal erklärst: Schreib es auf. Hör auf zu raten, was deine Kunden wollen. Fang an zuzuhören. Dein Business wird es dir mit loyalerem Publikum und höheren Umsätzen danken.



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