Profit First
- Petra Borina

- 21. Mai
- 3 Min. Lesezeit
warum du deinen Gewinn zuerst nimmst und den Rest verwalten solltest

Buchempfehlung: "Profit First" von Mike Michalowicz. Ein Konzept das simpel klingt, aber einen echten Mindset-Shift erfordert. Und ja, ich habe selbst gebraucht um es wirklich zu verinnerlichen.
Der Kern des Buches ist ein Mindset-Shift: nicht "was kostet mein Business?" sondern "was soll mein Business mir einbringen?" Wer diese Frage zuerst beantwortet, führt sein Business anders.
Das Kernkonzept
Autopilot für deine Finanzen
Michalowicz empfiehlt mehrere Konten für verschiedene Zwecke: Gewinn, Steuern, Betriebskosten, Gehalt. Jedes Mal wenn Geld reinkommt, wird es direkt aufgeteilt. Automatisch. Ohne Nachdenken. Ohne den Drang alles für "das Business" auszugeben.
Was mich daran wirklich gepackt hat: besonders das Steuerkonto. Ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung. Die Steuerrechnung kommt und man schaut auf das Konto und denkt "woher soll das jetzt kommen?" Mit einem eigenen Steuerkonto auf das direkt nach jedem Eingang ein fixer Prozentsatz fliesst, ist dieses Problem strukturell gelöst. Nicht durch Disziplin, sondern durch System.
Das deutsche Problem
Mehrere Konten klingen super! Aber was kostet das?
Hier wird es für deutsche Solopreneure kurz unbequem. Mehrere Geschäftskonten bedeuten mehrere Kontogebühren. Der durchschnittliche Monatsbeitrag pro Konto liegt in Deutschland bei 6 bis 8 Euro. Bei fünf Konten macht das bis zu 420 Euro im Jahr, nur für Bankgebühren.
Meine persönliche Lösung: ich nutze Vivid für die Aufteilung der Konten weil sie kostenlose Pockets und Zinskonten anbieten (Affiliate-Link). Wenn Du über diesen Link ein Konto eröffnest bekommst Du 150 €, 100 €, 75 € oder 50 € Gutschrift auf das Vivid Geschäftskonto bei Kontoeröffnung (wenn Du eine juristische Person bist - also GmbH oder UG). Zur Zeit haben sie auch Aktion "Jährlicher Zinssatz von 4 % p.a. in EUR und 5 % p.a. in USD oder GBP** auf dem Zinskonto der geworbenen Person für die ersten vier bzw. fünf Monate."
Nach Kontoeröffnung sollte die eingeladene Person:
Eine virtuelle oder physische Business-Karte bestellen.
Innerhalb von 30 Tagen nach Registrierung Kartenzahlungen von insgesamt mindestens 50 EUR tätigen.
Mein Hauptkonto liegt aber weiterhin bei einer Bank die durch den Einlagensicherungsfonds abgesichert ist. Hier empfehle ich die Fyrst Bank (Affiliate-Link), nicht nur wegen der Einlagensicherung als Tochter der Deutschen Bank, sondern weil die Einrichtung fast so einfach war wie bei einer Neobank. Hier bekommst Du über den Link bei Kontoeröffnung 50€:
Das smarte Einsteiger Geschäftskonto
0€ Kontoführungsgebühr für nat. Personen
für jur. Personen 6 Monate kostenfrei, danach 6 € mtl.
Kostenlose Debit Mastercard
Konto | Kosten | Meine Einschätzung |
|---|---|---|
Vivid Bank | Kostenlos | Kostenlose Pockets und Zinskonten, ideal für die Profit-First-Aufteilung |
Fyrst Bank | Günstig | Tochter der Deutschen Bank, Einlagensicherung, Einrichtung fast so einfach wie eine Neobank |
Meine 3 Takeaways aus dem Buch
Was du direkt mitnehmen kannst
Takeaway 01
Gewinn ist keine Restgrösse
Solange Gewinn das ist was nach allen Ausgaben übrig bleibt, wird er immer verschwinden. Wer Gewinn zuerst nimmt und den Rest verwaltet, verändert das Fundament seines Business-Denkens. Das ist kein Buchhaltungs-Tipp. Das ist ein Mindset-Shift.
Takeaway 02
Steuern auf Autopilot
Ein eigenes Steuerkonto auf das nach jedem Eingang direkt ein fixer Prozentsatz fliesst. Nicht irgendwann, nicht wenn man dran denkt, sondern automatisch. Wer das einmal eingerichtet hat, schläft besser.
Takeaway 03
System schlägt Disziplin
Das Buch löst keine Probleme durch Willenskraft, sondern durch Struktur. Konten die automatisch befüllt werden, Geld das nicht da ist kann nicht ausgegeben werden. Das ist keine Magie. Das ist ordentliches Systemdesign.
Mein ehrliches Fazit
Was ich toll finde und was mich nervt
Das Konzept ist stark. Wirklich. Besonders für Solopreneure die sich fragen warum trotz gutem Umsatz nie wirklich etwas übrig bleibt. Das System macht sofort Sinn.
Was mich am Buch selbst nervt: Michalowicz wiederholt sich zu oft, wird manchmal nicht konkret genug und der Schreibstil ist sehr amerikanisch-ausschweifend. Wer das kennt, weiss was ich meine.
Was mir ausserdem fehlt: praktische Hinweise für diejenigen die gerade in der Liquiditätsfalle sitzen. Das Konzept funktioniert wunderbar wenn man schon einen gewissen Puffer hat. Aber wenn man am Anfang steht und jeden Euro dreimal umdrehen muss, braucht es mehr als das Buch liefert. Da hätte ich mir konkretere Schritte gewünscht.
Trotzdem: Lesen. Der Mindset-Shift allein ist es wert. Und die Bank-Lösung für Deutschland habe ich dir ja schon mitgegeben.

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