Warum dein Steuerberater Wix Payments hasst
- Petra Borina

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
und wie du das Buchhaltungs-Chaos lösen kannst
Du feierst deine ersten (oder nächsten) Verkäufe über deine Wix-Website. Vielleicht verkaufst du E-Books, digitale Produkte oder hast ein skalierbares Modell mit vielen „Tiny Offers“. Verkäufe kommen rein, PayPal und Wix Payments rattern – eigentlich läuft alles perfekt.
Bis zu dem Tag, an dem dein Steuerberater dich anruft und verzweifelt fragt: „Wie soll ich diese Auszahlungen bitte den einzelnen Rechnungen zuordnen?“
Das Problem: Je erfolgreicher dein Business wird und je mehr Transaktionen du generierst, desto potenter wird dieses Buchhaltungs-Chaos.
In diesem Artikel erfährst du, warum das kein rein technisches Wix-Problem ist, sondern die Folge von modernen Zahlungsanbietern – und mit welchem 3-Schritte-System du und dein Steuerberater ab sofort absolut stressfrei zusammenarbeitet.
Das eigentliche Problem: Was passiert hinter den Kulissen?
Das Prinzip von Zahlungsanbietern wie Wix Payments oder PayPal ist simpel:
Kunden kaufen über deine Website (viele kleine Beträge an einem Tag).
Der Zahlungsanbieter zieht von jeder Bestellung sofort eine kleine Gebühr ab.
Je nach Einstellung überweist dir der Anbieter täglich, wöchentlich oder monatlich den Netto-Auszahlungsbetrag als Sammelsumme auf dein Geschäftskonto.
Die Gebührenrechnung über all diese Transaktionen bekommst du aber nur einmal im Monat.
Das Resultat beim Steuerberater: Die Auszahlung auf deinem Bankkonto deckt sich summenmäßig mit gar keiner einzelnen Kundenrechnung. Und die Gebühren fehlen in den einzelnen Buchungen.
Der Extra-Fallstrick bei Wix Payments: Lädt man die Übersicht als CSV-Datei herunter, fehlen oft die Rechnungsnummern – und noch schlimmer: Die Zahlenfelder sind als Text formatiert, sodass Excel sie nicht einmal automatisch summieren kann. (Wie man dieses Tabellen-Problem elegant löst, zeige ich dir in diesem gesonderten Video).
Die internationale Hürde: OSS-Regelung und §13b UStG
Sobald du im internationalen Umfeld verkaufst, schlägt die Komplexität voll zu:
Einnahmen (OSS-Verfahren): Ein E-Book hat in Deutschland 7 % MwSt., in Österreich 10 % und in der Schweiz 0 %. Das muss beim Erfassen des Einnahmen-Belegs exakt berücksichtigt werden.
Ausgaben (Gebühren von Wix Payments / Stripe): Da der Anbieter seinen Sitz im EU-Ausland bzw. Drittland hat, fallen die Transaktionsgebühren für europäische Unternehmer unter das Reverse-Charge-Verfahren (§13b UStG) – also netto ohne ausgewiesene deutsche Steuer.
Klassische Steuerberater haben diese Form von digitalen Kapitalflüssen oft nicht auf dem Schirm – und können sie dir deshalb im Vorfeld nicht erklären.
(Disclaimer: Ich bin keine Steuerberaterin. Diese Prozesse habe ich mir als Solopreneurin auf die harte Tour erarbeitet und mit meinem eigenen Steuerberater perfektioniert.)
Mein persönlicher Wixpayments 3-Schritte-System: In wenigen Minuten zur perfekten Buchhaltung
Ob du Lexoffice, SevDesk oder DATEV nutzt – mit dieser Reihenfolge hat dein Steuerberater nie wieder Rückfragen:
Schritt 1: Alle Belege / Rechnungen zentral erfassen Alle Ausgangsrechnungen und Ausgaben-Belege werden zuerst im Buchhaltungstool hochgeladen und klassifiziert (inkl. korrekter MwSt.-Sätze je nach Land). Bei mir erfolgt das automatisch.
Schritt 2: Auszahlungs-PDF ziehen Erstelle dir aus dem Wix-Payments-Backend ein übersichtliches PDF des jeweiligen Auszahlungszeitraums.
Schritt 3: Sammel-Zuordnung & Differenz ausbuchen Wenn der Geldeingang auf dem Bankkonto erscheint, ordnest du diesem einen Betrag alle dazugehörigen Kundenrechnungen aus diesem Zeitraum zu.
Da die Summe deiner Rechnungen höher ist als der Geldeingang (wegen der abgezogenen Gebühren), entsteht eine Differenz. Diese Differenz buchst du im Tool einfach auf das Systemkonto „Kosten des Geldverkehrs (ohne Steuer)“.

Fazit: Das System steht einmalig, der Monatsaufwand schrumpft auf wenige Minuten – und dein Steuerberater wird dich für diese saubere Vorarbeit lieben und Du kriegst nicht jedesmal Herzrasen wenn eine Email vom Steuerbüro kommt.


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